Erschienen im März 2004
Text:
Sollen menschliche Embryonen getötet werden dürfen, um Stammzellen
für Forschungszwecke zu gewinnen? Christine Zunke unterzieht die kontroversen
Antworten auf diese Frage einer eingehenden Kritik und kommt zu dem Schluß,
daß weder der einen noch der anderen Position gefolgt werden kann,
da es keiner von beiden gelingt, einen konsistenten Begriff der Menschenwürde
zu entfalten. Dagegen entwickelt sie die Begriffe Menschheit und Würde
mit Bezug auf die Moralphilosophie Immanuel Kants und verknüpft deren
gesellschaftskritisches Potential mit der Marxschen Gesellschaftskritik.
Sie zeigt nicht nur, daß die Tötung menschlicher Embryonen
als bloßes Forschungsmaterial diese Würde verletzt; der Begriff
der Würde weist vielmehr selbst über gesellschaftliche Verhältnisse
hinaus, in denen die Leiden Kranker und das Leben früher Embryonen
als gegeneinander abzuwägende Größen erscheinen.
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