Canfora: August 1914

Luciano Canfora
August 1914. Oder: macht man
Krieg wegen eines Attentats?

Neue Kleine Bibliothek 152, 118 Seiten
EUR 9,90 [D] / EUR 10,20 [A] / SFR 14,90

ISBN 978-3-89438-440-1


erschienen im August 2010

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Luciano Canfora,

Prof. Dr. phil., *1942. Altphilologe und Historiker. Lehrt an der Universität Bari. Sein Buch »Eine kurze Geschichte der Demokratie« hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt. Veröffentlichte zuletzt bei PapyRossa »Die Freiheit exportieren – Vom Bankrott einer Ideologie«.

Luciano Canfora legt dar, dass Kriege nicht mit einem Einzelereignis zu erklären sind, und sei es ein noch so spektakuläres Attentat. Deshalb schildert er, um die Ursachen des Ersten Weltkriegs sichtbar zu machen, wie sich die Interessengegensätze zwischen den rivalisierenden Großmächten zum gordischen Knoten geschürzt hatten. Obwohl er die abenteuerliche Politik des Deutschen Kaiserreichs hervorhebt, bezeichnet Canfora die These von dessen Alleinschuld am Krieg als Alibi für alle anderen: Auch sie können nicht freigesprochen werden. Die sozialistischen Parteien – allen voran die deutsche Sozialdemokratie – ebneten den Weg in den Abgrund, indem sie sich vor den Karren ihrer Regierungen spannen ließen. Am Beispiel des Ex-Sozialisten Mussolini einerseits, der »Deutschen Vaterlandspartei « als Vorläuferin der NSDAP andererseits zeigt Canfora, dass der Erste Weltkrieg bereits die Wiege des Faschismus war. Dagegen standen jene Kräfte, die – zunächst als isolierte Minderheit – von Anfang an gegen den Krieg opponierten und in Lenin ihren bekanntesten Vertreter hatten. Sie traten dafür ein, der »grauenhaften Schlächterei« – so Papst Benedikt XV. – ein Ende zu setzen und eine Wiederholung auszuschließen.

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